Lesermeinung

Empörte Blicke

Über die Klimakrise zu debattieren, fällt oft nicht leicht. Einige Förderinnen und Förderer berichten über ihre Erfahrungen

Anneli Hemminger
St. Augustin

Ich spreche oft Taxifahrer an, wenn sie bei Plustemperaturen und offenem Fenster ihre Autos laufen lassen. Ich bekomme Antworten wie: „Die Welt ist groß, nicht schlimm.“ Die Klimakrise betrifft sie nicht. Sie ist ganz weit weg. Auf Vorschläge, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen, anstatt mit dem Auto zu fahren, möchte mein Gesprächspartner nicht eingehen, weil man ein paar Meter zur Haltestelle nicht laufen möchte. Einmal empfahl ich zwei jungen Leuten, die eine Geschäftsreise in Deutschland geplant hatten, lieber mit der Bahn zu fahren als zu fliegen. Sie schauten mich einfach nur empört an.

 

Ortwin Lucht
Hamburg

Ich diskutiere mit einem Freund, der vor Jahren sein Auto abgeschafft hat, um das Klima zu schonen. Wenn er nun mit dem Fahrrad unterwegs ist, fühlt er sich durch das Einatmen von Dieselabgasen bestraft! Das ärgert ihn, weil es nicht nur ums intakte Klima ginge, sondern auch um seine Gesundheit.

 

Gudrun Griesbeck
Mömbris

Leider hört man immer wieder: „Wir allein können das nicht schaffen. Da müssen erst mal die großen Verursacher in die Pflicht genommen werden.“ Das stimmt zwar, aber wir befeuern die Klimaerwärmung mit unserem Konsum und müssen anfangen, CO2 einzusparen. Und wir sollten ein anderes Wirtschaftssystem etablieren, das auf Nachhaltigkeit setzt.

Emilia Kohl
Hassfurt

Viele, mit denen ich in der Schule spreche, haben zum Thema Klima­krise keine richtige Meinung oder sind sich mit Daten und Informationen unsicher. Viele sehen aber auch, dass wir – wenn wir so weitermachen – diese Erde zerstören und dass dringend etwas gemacht werden muss. Einige halten das Thema aber auch für übertrieben und stellen die Bewegungen rund um die Klimakrise als Drama da. Das ist in meinem Umfeld aber eher die Minderheit.

 

Florian Peter Hinkelmann
Wetter/Ruhr

Ich spreche gelegentlich über die Klimakrise und stelle oft fest, dass viele ihr klimaschädliches Handeln aufgrund eingefahrener Gewohnheiten nicht meinen ändern zu können, es aber letztendlich aus Bequemlichkeit nicht wollen. Aber ich habe bisher kaum jemanden getroffen, der die Brisanz des Themas nicht erkannt hätte.

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