Meldungen

Für gerechtigkeit

In Nairobi wurde über das erste weltweite Steuer­abkommen verhandelt – eine historische Chance

In Nairobi (Kenia) machten Mitte November Hunderte Aktivist:innen von Greenpeace mit einem Menschenbild auf eine historische Chance für mehr soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz aufmerksam: Zeitgleich zur UN-Klimakonferenz in Brasilien fand dort eine Verhandlungsrunde zur UN Framework Convention on International Tax Cooperation (UNFCITC) statt. Beide UN-Prozesse greifen ineinander. Während Teilnehmende der Klimakonferenz über Ziele und Finanzierungsbedarfe verhandelten, könnte die UN-Steuerkonvention künftig Steuerflucht eindämmen und Gelder generieren, die für Klimaschutz und soziale Entwicklung bislang fehlen. Die geplante Konvention folgt einem neuen Prinzip: Nicht nur reiche Staaten, sondern alle Länder verhandeln auf Augenhöhe über globale Steuerregeln. Der Fahrplan sieht vor, dass die Rahmenkonvention bis 2027 fertiggestellt und der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgelegt wird. Greenpeace begleitet den Prozess eng, unsere Kollegin Clara Thompson war in Nairobi vor Ort. Ihr Eindruck: Für ein wirklich gerechtes globales Steuersystem brauche es deutlich mehr politischen Willen. Umso wichtiger, international wie national dranzubleiben. Im Februar wird in New York weiter verhandelt.

Medienpreis für Greenpeace

Auszeichnung für digitale Kampagne gegen Tiefseebergbau

Eine Kampagne, mit der Greenpeace in den sozialen Medien auf die Gefahren des Tiefseebergbaus aufmerksam macht, hat den NRW-Medienpreis für entwicklungspolitisches Engagement gewonnen. Das Kampagnenvideo ist eine humorvolle Umsetzung, angelehnt an die Serie Die Discounter: Der Schauspieler Ludger Bökelmann alias Peter wird zum Greenpeace-Aktivisten und erklärt, warum die Tiefsee dringend geschützt werden muss. Der Social Media Kampagne von Greenpeace sei es auf innovative Weise gelungen, neue Zielgruppen zu erreichen, so die Jury. Nominiert waren auch Greenpeace-Kampagnen zu den Themen Regenwaldschutz und Fast Fashion sowie eine Doku zur Teilhabe junger Menschen aus dem globalen Süden an der Klimadebatte.

100.000!

Die Ausstellung in der Zentrale von Greenpeace Deutschland ist ein voller Erfolg

Seit dem 31. Oktober 2013 gibt es diese Ausstellung in der Hafencity in Hamburg rund um die Greenpeace-Themen. Am 24. Oktober 2025 empfing sie inmitten einer Gruppe munterer Grundschüler:innen aus einer Hamburger Ferienbetreuung ihren 100.000sten Besuchenden. Dass der Jubiläumsgast ein Kind war, ist kein Zufall: Mehr als die Hälfte der Ausstellungsbesuchenden sind 16 Jahre und jünger. Viele Schulklassen erfahren in der interaktiven Ausstellung spielerisch, wie Leben und Konsum mit vielen Umweltproblemen zusammenhängen – und was man selbst für mehr Umweltschutz tun kann. Aber auch Erwachsene finden neben Informationen Spannendes: echte Aktionsmittel etwa, mit denen Aktive von Greenpeace vor Ort waren, um auf Umweltskandale aufmerksam zu machen, darunter ein Schlauchboot, das etliche Male im Einsatz war. Sonderausstellungen beschäftigen sich mit aktuellen Kampagnen, dazu kommen Veranstaltungen, wie etwa Multivisionsshows und Expert:innengespräche. Der Eintritt ist für alle Interessierten frei.

Deutliches „Nein“

Jugendliche Aktive von Greenpeace setzen Zeichen gegen Militarisierung und Zwangsdienst an der Waffe

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine erlebt Deutschland eine beispiellose Aufrüstung. Die Bundeswehr soll wieder wachsen – notfalls mit Zwang. Die Bundesregierung plant, alle Männer eines Jahrgangs zu erfassen und zu mustern. Frauen dürfen freiwillig teilnehmen. Das soll mehr Freiwillige bringen – mit Anreizen wie Führerschein und besserer Bezahlung. Doch wenn das nicht reicht, wollte die Bundesregierung die Wehrpflicht einfach per Rechtsverordnung reaktivieren. Ein Greenpeace-Gutachten warnte: Das wäre verfassungswidrig. Entscheidungen, die so tief in die Grundrechte eingreifen, müssen primär vom Parlament, nicht von der Regierung getroffen werden. Greenpeace-Jugendliche protestierten mehrfach – so auch mit einer Aktion auf den Treppen von der Spree zum Bundestag, bei der sie deutlich machten: „Diese Stiefel ziehen wir uns nicht an – Nein zur Wehrpflicht!“ Mit Erfolg: Der entsprechende Passus wurde aus dem Gesetz gestrichen. Steigen die Freiwilligenzahlen in den kommenden Monaten nicht, dürfte die Debatte über eine Rückkehr der Wehrpflicht aber erneut aufflammen.

packen wir es an!

Greenpeace lud ein zur Konferenz der Zukunft

Demokratie, Klimagerechtigkeit, Aktivismus, Zusammenhalt – auf dem von Greenpeace organisierten Kongress About Tomorrow ging es in Berlin um die großen Herausforderungen und die Frage, wie Veränderung aussehen kann. An zwei Tagen im November gab es Vorträge, Diskussionen, Workshops und Gelegenheiten, eigene Ideen einzubringen. Ein Raum, in dem Menschen zusammenkamen, die nicht nur reden, sondern handeln wollen. Gemeinsam, fair und nach vorne gerichtet.

Warmes willkommen im Heizungskeller

Am Aktionstag beantworteten Besitzer:innen einer Wärmepumpe die Fragen von Interessierten

Gäste im Heizungskeller empfangen? Eine ungewöhnliche Idee, aber am 15. November ging sie an vielen Orten in Deutschland voll auf: Gemeinsam mit anderen Klimaschutzinitiativen organisierte Greenpeace den Tag des offenen Heizungskellers. Der Gedanke: Menschen, die schon eine Wärmepumpe installiert haben, zeigen Interessierten die Anlage und beantworten Fragen. Keine Verkaufsshow von Expert:innen mit Eigeninteresse, sondern ehrliche Antworten aus dem Alltag. Wie läuft’s im Winter? Was hat’s gekostet? Wie geht das mit der Förderung? In mehr als 90 Kommunen und bei mehr als 200 Gastgeber:innen wurden solche Fragen gestellt. In einzelnen Häusern gab es bis zu 100 Besucher:innen. Zahlreiche Interessierte wurden überzeugt: Wärmepumpen funktionieren zuverlässig, effizient und klimafreundlich. Während die Bundesregierung versucht, das Rad der Zeit zurückzudrehen und wieder auf teures und klimaschädliches Erdgas setzt, treiben Bürger:innen die Energiewende mit ­solchen Aktionen voran.

Mehr Infos zur Wärmewende 

eine Frage der Haltung

Der jährliche Supermarkt-Check von Greenpeace zeigt: Der Einzelhandel kommt bei der Umstellung auf mehr Tierwohl kaum voran

Zum siebten Mal hat Greenpeace die jährlichen Fortschritte des deutschen Lebensmitteleinzelhandels (LEH) bei der Umstellung von Fleisch-, Wurst- und Milchprodukten auf die höheren Haltungsformen (3 bis 5) untersucht. Die Abfrage umfasste erstmals auch verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Zwar halten alle Supermarktketten an dem Ziel fest, Fleisch aus den niedrigen Haltungsformen 1 und 2 bis 2030 auszulisten. Doch sie kommen dabei nur schleppend voran. Auch 2025 nahmen die Haltungsformen 1 und 2 rund 80 Prozent des Frischfleischsortiments im Supermarkt ein. Die größten Fortschritte hat Aldi Süd vorzuweisen. Negativ fiel im diesjährigen Ranking dagegen Edeka auf. Der größte deutsche Lebensmittelhändler stagniert bei der Umstellung seines Fleischangebots. Beim Thema Transparenz sieht es auch nicht gut aus. Seit Jahren gibt Edeka in der Abfrage an, 100 Prozent seiner Produkte zu kennzeichnen. Doch eine Recherche von Greenpeace-Aktiven hat ergeben, dass es in 40 Prozent der besuchten Edeka-Filialen gar keine Angaben zur Haltungsform in der Frischetheke gibt. Dabei zeigen Umfragen, dass Verbraucher:innen wissen wollen, woher ihr im Supermarkt gekauftes Fleisch kommt. Umso wichtiger, dass Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) die staatliche Kennzeichnung endlich auf den Weg bringt.

Verstecken hilft nicht

Der Bundestag erlaubt das Verpressen von CO2 – ein gefährlicher Irrweg

Die Risikotechnologie CCS (Carbon Capture and Storage) soll das unterirdische Verpressen von Kohlenstoffdioxid ermöglichen. Bislang war das in Deutschland aus gutem Grund verboten, doch im November machten Bundestag und Bundesrat den Weg frei für CCS. Zunächst betrifft das nur den Meeresboden. Die Bundesländer haben aber die Möglichkeit, die unterirdische Speicherung auch an Land zuzulassen. Doch CCS verhindert den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, blockiert die Energiewende und gefährdet den Umbau zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie zeigte 2025 zudem die geologischen Risiken der Kohlenstoffspeicherung auf, und dass die vorgesehenen Endlager in der Nordsee nicht geeignet sind.

Ihre Meinung Zählt

Wir sind gespannt auf Ihre Wünsche und Ideen

Greenpeace lebt von der Unterstützung und dem Engagement von Menschen wie Ihnen. Bitte nehmen Sie sich bis zum 31. Januar ein paar Minuten Zeit, um uns mitzuteilen, wie Sie die Arbeit von Greenpeace 2025 wahrgenommen haben und was aus Ihrer Sicht wichtige Themen für 2026 sind. Ihre Antworten helfen uns, noch besser zu verstehen, was unseren Fördernden am Herzen liegt. Scannen Sie jetzt den QR-Code und teilen Sie uns Ihre Meinung in dieser ­kurzen Umfrage mit.

keine Erholung

EU-Fischereiminister:innen ignorieren den Ernst der Lage

Im Oktober beschloss die EU neue Fischfangquoten für die Ostsee. Trotz alarmierender wissenschaft­licher Befunde ist kein Schutz für Hering und Dorsch vorgesehen. Laut Greenpeace-Expert:innen zeigt sich erneut, dass wirtschaftliche Interessen Vorrang vor dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrund­lagen haben.