Heute im Angebot: Scholle mit PFAS
Mittags ein Fischbrötchen oder Krabbenbrot, abends Muscheln oder Scholle – für viele Besucher:innen an den deutschen Nord- und Ostseeküsten gehört das zum Urlaub dazu. Was die Allermeisten nicht wissen: Das Essen aus dem Meer kann ihre Gesundheit gefährden.
Eine neue Greenpeace-Recherche zeigt, dass Speisefische, Muscheln und Krabben aus Nord- und Ostsee zum Teil stark mit schädlichen PFAS belastet sind. Die Expert:innen von Greenpeace nahmen 17 Proben, und in allen fanden sie die Ewigkeitschemikalien. Einige der Proben überschritten EU-Grenzwerte für PFAS bis zum Neun-fachen. Die Belastung war am höchsten in Steinbutt, Hering und Scholle.
Schon der Verzehr einer einzigen Portion von 150 g Steinbutt oder Krabben aus den Stichproben kann die laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als unbedenklich geltende wöchentliche PFAS-Aufnahmemenge für Erwachsene um bis zu 40 Prozent überschreiten. Bei regelmäßigem Konsum – etwa drei Portionen pro Woche – wären Überschreitungen von bis zu 321 Prozent möglich. Kinder sind besonders gefährdet. Bei ihnen ist die tolerierbare Aufnahmemenge aufgrund ihres geringen Körpergewichts schneller überschritten.

Frisch, lecker, gesund? Die Untersuchungsergebnisse stellen diese Vorstellung vom Snack an der Küste in Frage.
Für die Untersuchung haben die Expert:innen von Greenpeace im -letzten Juni Fisch, Krabben und Muscheln gekauft: Von Fischkuttern, auf Fischmärkten und in Geschäften in Niendorf, Heiligenhafen, Cuxhaven, Büsum, Bremer-haven und Hamburg.
Die Ergebnisse der Untersuchungen in einem unabhängigen Labor zeigen, wie allgegenwärtig PFAS in marinen Ökosystemen sind. Erst im Frühjahr hatte ein Greenpeace-Team hohe Belastungen im Meeresschaum an Nord- und Ostseestränden festgestellt. Einige Monate zuvor veröffentlichte Greenpeace eine Recherche über PFAS im Rhein.

