MEILENSTEIN

Gorleben ist Geschichte

Es ist geschafft! Ende September 2020 listet die Bundesgesellschaft für Endlagerung Gorleben nicht mehr als möglichen Endlagerstandort für hoch radioaktiven Atommüll. Dafür haben die Bürgerinitiative Lüchow Dannenberg, die Bäuerliche Notgemeinschaft, die vielen engagierten Menschen im Wendland und unzählige Greenpeace-Aktive vier Jahrzehnte lang gekämpft. Mit Castorprotesten, Demonstrationen, Strahlenmessungen, mit Rechtsgutachten und Studien. Wegweisend war unter anderem die Sichtung der geheimen Gorleben-Akte im Jahr 2010. Nach der Lektüre belegte der damalige Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler, dass die Standortwahl aus politischen und nicht aus geologischen Gründen getroffen worden war. Greenpeace feiert die Abkehr vom Standort Gorleben als einen guten und entscheidenden Schritt, der verloren gegangenes Vertrauen in das Verfahren zur Endlagersuche wiederherstellen kann. Unser Foto zeigt die Einweihung des Greenpeace-Aktionsschiffes „Beluga I“ im Mai 2013 als Mahnmal vor den Toren des Erkundungsbergwerks in Gorleben. Direkt über dem Salzstock erinnert das 32 Tonnen schwere Schiff seit mehr als sieben Jahren daran, dass Gorleben kein sicheres Endlager sein kann. Bis es in Deutschland ein Endlager geben wird, dürften weitere Jahrzehnte vergehen. So lange bleiben die Castorbehälter im Zwischenlager in Gorleben. Und die „Beluga I“ bleibt Mahnmal – für den Sieg der Vernunft.