Der lange Weg zum Hochseeschutz

Meere

Die Hohe See – internationale Gewässer jenseits der 200-Seemeilen-Grenze – bedeckt zwei Drittel der Meeresfläche und macht 90 % ihres Volumens aus. Sie bietet Lebensraum für unzählige Arten – von gigantischen Blauwalen bis zu filigranen Tiefseekorallen.

• Die Meere produzieren die Hälfte des Sauerstoffs auf unserem Planeten. Und sie stabilisieren das Klima: Ozeane absorbieren rund 30 % der menschlichen CO₂-Emissionen und über 90 % der menschengemachten Wärme aus der Atmosphäre.

• Unsere Ozeane sind die Grundlage für das Leben weltweit und Milliarden Menschen hängen direkt für Nahrung und Einkommen von ihnen ab.

Doch die Bedrohung der Meere ist dramatisch: Überfischung, Verschmutzung, Erhitzung, Versauerung und fossile Ausbeutung treiben die Ozeane an ihre Grenzen. Ohne Schutz verlieren sie ihre Fähigkeit, Klima und Artenvielfalt zu stabilisieren.

Deshalb war der 17. Januar 2026 ein historischer Tag: Das UN-Hochseeschutzabkommen trat endlich offiziell in Kraft. War die Hochsee bislang kaum geschützt, ändert das Hochseeschutzabkommen dies nun grundlegend. Es handelt sich um einen historischen Rahmenvertrag, der eine massive Gesetzeslücke schließt und mit dem endlich rechtlich verbindliche Maßnahmen umgesetzt werden können, um die Hohe See und ihre biologische Vielfalt zu schützen.

• Bislang sind weniger als ein Prozent der Hohen See vollständig und effektiv geschützt – mit dem Hochseeschutzabkommen müssen es 30 % Meeresschutzgebiete (MPAs) bis 2030 sein. Nur durch umfassenden Schutz kann die Meereskrise bewältigt werden.

• Das Abkommen sieht Umweltverträglichkeitsprüfungen für sämtliche Aktivitäten vor, die potenziell schädliche Auswirkungen haben könnten.

• Es regelt den Zugang zu Marinen Genetischen Ressourcen (MGR) – also den genetischen Materialien der Meerestiere und Pflanzen – und die faire Verteilung der daraus resultierenden Gewinne.

• Es sorgt dafür, dass der Globale Süden finanzielle und technische Unterstützung für die Umsetzung des Vertrags erhält. Dies dient dem Kapazitätsaufbau, der Förderung der Meeresforschung und dem Zugang zu Technologie unter fairen Bedingungen.

• Es ermöglicht Entscheidungen durch Mehrheiten – ein einzelnes Land kann mit einem Veto Abstimmungen nicht blockieren.

Warum das Abkommen wichtig ist

2005
bis
2023

Greenpeace macht global Druck, damit Staaten den Vertrag ratifizieren. Im Herbst 2025 wird das Quorum erreicht.

2005

Greenpeace legt erstmals einen umfassenden Vorschlag für ein Hochseeschutzabkommen vor.

2023

Der Durchbruch: Nach fast 20 Jahren Verhandlungen einigen sich die UN-Staaten auf das Abkommen.

2024
bis
2025

Greenpeace macht global Druck, damit Staaten den Vertrag ratifizieren. Im Herbst 2025 wird das Quorum erreicht.

2027

Spätestens jetzt kommen die Vertragsstaaten zur ersten Konferenz zusammen – nun wird es konkret: Sie müssen sich zum Beispiel auf Schutzgebiete einigen.

2030

Der Vertrag sieht vor, dass 30 Prozent der Hohen See unter Schutz stehen. Damit das Ziel erreicht wird, bleibt Greenpeace dran.

EIN GROSSER SCHRITT – ABER MIT HERAUSFORDERUNGEN

Zwar ermöglicht das Abkommen konsequenteren und einheitlicheren Schutz, aber die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt:

• Staaten müssen sich auf konkrete Gebiete einigen.

• Schlupflöcher k.nnten „Schutzgebiete auf dem Papier“ ermöglichen.

• Gute Zusammenarbeit mit bestehenden Management-Organisationen ist notwendig. Um das international vereinbarte Ziel von 30 % Meeresschutz bis 2030 (#30×30) zu erreichen, müssen Regierungen in den verbleibenden Jahren jedes Jahr über 12 Millionen Quadratkilometer neue Schutzgebiete ausweisen – jedes Jahr eine Fläche größer als Kanada. Darum bleibt Greenpeace aktiv – und kämpft für echte, streng geschützte Zonen mit klaren Regeln.